Manchmal steckt in einer einzelnen Liegenschaft einer Wohnungsbaugenossenschaft ein ganzes Bündel an Möglichkeiten. Das Areal der Protectum eG an der Boelckestraße in Wiesbaden ist ein genau solcher Fall: Das Grundstück umfasst drei Bestandsgebäude, die sich die Genossenschaft aus Großwallstadt seit ihrem Erwerb im Jahr 2018 nach und nach vorgenommen hat. Im Zentrum steht schon aufgrund seiner Größe das Hauptgebäude, dessen schmale Form ihm den Namen „der Riegel“ eingebracht hat. Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 4.500 Quadratmetern ist der Riegel das größte der drei Gebäude und Ziel des umfangreichsten Sanierungsprojekts in der Geschichte der Wohnungsbaugenossenschaft. Nach Jahren der Vorbereitung kann die Genossenschaft für dieses Vorhaben nun endlich den Startschuss bekannt geben.
Die Vorgeschichte des Sanierungsvorhabens
Regelmäßige Leserinnen und Leser dieses Blogs können die Entwicklung des „Projektes Boelckestraße“ bereits seit einigen Jahren mitverfolgen. In dieser Zeit hat sich beispielsweise das kleine Nebengebäude zu einem Eltern-Kind-Café gewandelt, während die frühere Oldtimer-Ausstellungshalle zu einer Eventlocation umgenutzt wurde, die den passenden Rahmen für eine Vielzahl an unterschiedlichen Veranstaltungen bieten kann. Die Pläne für die Kernsanierung des Hauptgebäudes hingegen wurden aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder verschoben, sodass es für den Riegel lange Zeit hieß: Projekt in Planung, Starttermin offen.
Langjährige Bauvorbereitung
Untätig war die Protectum eG in dieser Zeit jedoch nicht. So entmietete die Genossenschaft das Hauptgebäude über mehrere Jahre hinweg auf organische und sozialverträgliche Art, Wohnung für Wohnung, um die Auswirkungen für die betroffenen Mieter so gering wie möglich zu halten. Anschließend erfolgte auch bereits die Entkernung, sodass vom Riegel inzwischen nur noch die Gebäudehülle inklusive einiger weniger Leitungen steht.
Im weiteren Verlauf arbeitete die Genossenschaft aus Großwallstadt an einer umfangreichen, detaillierten Ausführungsplanung im Einklang mit dem KfW-Konzept für das Objekt. Parallel dazu wurden die finanziellen Rahmenparameter der Maßnahme geklärt. Nachdem all diese Vorarbeiten abgeschlossen sind, kann nun die eigentliche Baumaßnahme beginnen. Diese soll bis Ende 2027 andauern.
Was im „Riegel“ in der Boelckestraße entsteht
Die Kernsanierung bedeutet einen nahezu kompletten Neuaufbau des „Riegels“, von dem ja nur noch der Rohbau vorhanden ist. Im Zuge dieses Quasi-Neubaus entstehen im Hauptgebäude 25 klassische Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern sowie 45 möblierte Apartments. Mit diesem Mix aus langfristigem und kurzzeitigem Wohnangebot spricht die Protectum eG eine breite Zielgruppe an: Studierende, junge Familien und ältere Menschen sollen hier gleichermaßen passenden Wohnraum finden. Insbesondere für Letztere dürften die zahlreichen barrierefrei gestalteten Einheiten im Gebäude interessant sein, da sie Wohnen ohne bauliche Hürden ermöglichen. Die Genossenschaft schafft somit ein Wohnungsangebot für ihre Mitglieder, dass Wohnbedürfnisse in ganz unterschiedlichen Lebensphasen bedient.

Regelmäßige Einblicke in den Baufortschritt
Mit dem Baustart beginnt für die Protectum eG auch eine neue Phase der Berichterstattung: Die Genossenschaft plant, in den kommenden Monaten regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten am Riegel zu informieren. Wer sich für das Projekt interessiert, findet auf diesem Blog also immer wieder spannende Neuigkeiten zum Verlauf der Kernsanierung.
